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Werks-Rallye-Coupe 16v (Lampinen und Fischer)
Ein original Wettbewerbs-Fahrzeug von Lancia. Rallye-Einsatz 1974 bis 1981
Ein Beitrag von Andreas Köster auf Grundlage eines Interviews mit Peter Fischer. Die Bilder wurden von Peter Fischer exklusiv für lancia-beta.de zur Verfügung gestellt.

Prolog: Anfang 2004 nahm ich mit Peter Fischer aus Coburg Kontakt (der selber damals mit einer Fulvia an Rallyes teilnahm) auf. Sein Bruder Karl-Arno Fischer nahm in den siebziger Jahren mit Beta Coupes an Rallye-Läufen teil. Darunter auch ein Original Rallye-Werks-Coupe. Ich war begeistert und traf mich mit ihm in Coburg. Ein Mausklick auf die Bilder öffnet ein großes Bild.

Karl-Arno Fischer fuhr 1975 bis 1976 bei Rallyes ein Beta Coupe 1800 , welches er in Eigenregie aufbaute. Lancia hatte zu dieser Zeit parallel zum Stratos auch Beta Coupes bei internationalen Rallye-Veranstalungen im Einsatz. Der Werksfahrer Simo Lampinen erzielte im Jahr 1974 auf der "Press On Regardless (POR)" in den USA einen vierten Platz. Im gleichen Jahr bei der "Rideau Lakes" in Kanada war es ein zweiter Platz. 1975 kam er bei der "Sweden Rallye" auf einen dritten Platz.

Zwei Bilder von Lampinen mit seinem Beta Coupe (noch in Marlboro-Lackierung):

1976 entschied sich Lancia nur mit einem Modell bei Rallye-Veranstaltungen teilzunehmen: dem Stratos. Die Beta Coupes, mittlerweile umgerüstet auf 16V-Maschinen und mit Lackierung des neuen Sponsors Alitalia (statt Marlboro, alle Marlboro-Coupes wurden umlackiert), standen zum Verkauf. Karl-Arno Fischer ergriff die Chance und erstand das oben erwähnte Lampinen-Coupe. Die originale italienische Werks-Zulassung (Nummernschild) konnte er übrigens beibehalten. Geht sowas heute noch?

Im Jahr 1977 fuhr Karl-Arno Fischer das neu erstandene 220 PS starke 16V-Coupe bei der Rallye Sulzbach-Rosenberg:

Co-Piloten waren unter anderem Klaus Hesse (Kitzingen) und Harry Holder (Coburg).

Auch am Weltmeisterschaftslauf, der RAC-Rallye in England im Jahr 1977 nahm Karl-Arno Fischer teil. Gar nicht lustig: Schon das Startgeld alleine war ein fünfstelliger DM-Betrag. Das Ende der engagierten Privat-Fahrer zeichnete sich ab. Bei diesem Lauf waren ca. 300 Fahrzeuge gemeldet. Leider konnte das Fischer-Team den Wettbewerb nicht beenden. Beim Ausfall lag das Team auf Platz 24. Auf dem zweiten Bild im Vordergrund mit weißer Jacke: Karl-Arno Fischer.

Co-Piloten waren unter anderem Klaus Hesse (Kitzingen) und Harry Holder (Coburg).

Rallye "Feste Coburg" im Jahr 1977. Heimatliche Gegend. Kein Problem. Die Strecke nochmals fürīs Roadbook abgefahren. Allerdings mit einem VW Käfer. Der hat 186 PS weniger als ein Coupe 16V. Ein Fehler: Was mit einem 34-PS Käfer mit Vollgas zu nehmen ist, verursacht bei einem Rallye-Beta einen Überschlag.

Beim diesem Bild das Dach beachten. Nach dem Lauf wurde eine neue Dachhaut eingeschweißt. Ganz erstaunlich, was ein Beta Coupe, natürlich auch Dank des Käfigs, so aushält!

Schön, wenn Rallye-Kollegen wie Harald Demuth auf einem Lehrgang im Jahr 1977 ihr Wissen vermitteln:

Noch mehr quer als im zweiten und dritten Bild, ohne auszusteigen, gehts wohl nicht!

Raika Rallye in Tirol 1977:

Der Sponsor Alitalia engagierte sich nur noch halbherzig. Bei der RAC-Weltmeisterschaft 1977 in England übernahm er gerade noch die Anfahrtskosten. Ein neuer Werbeträger, der zumindest die Eigenkosten in erträglichen Rahmen hält musste gefunden werden. Cinzcano zeigte Gespühr für Rallyes mit italienschen Fahrzeugen. Folgende Bilder zeigen das Coupe kurz nach der Umlackierung.

Nun steht wohl die Frage an: Was gefällt Euch am Besten? Marlboro, Alitalia oder Cinzcano? Für das Team Fischer zu dieser Zeit war es natürlich nur eine Kosten-Frage!

Auch bei der Hunsrück-Rallye nahm das Team Fischer 1977 und 1978 teil. Die Bilder mit Alitalia-Lackieung sind von 1977, die mit Cinzcano-Lackierung sind von 1978.




Keine Frage. Ein Beta kann fliegen. Auf manchen Bildern deutlich zu erkennen.

Bavaria Rallye 1978:

Ende der Siebziger wurde das Fahrzeug auf eine 8V-Maschine zurückgerüstet. Die neuen Rallye-Bestimmungen setzten voraus, dass ein Fahrzeug auch in Serie mit entsprechenden Motor erhältlich war. Anfang der achtziger Jahre verkaufte Karl-Arno Fischer den Rallye-Beta. Der Käufer lackierte das Fahrzeug wieder in Alitalia-Design. Die beiden Bilder sind im Herbst 1997 aufgenommen worden.


Fragen zu beiden Autos oder auch zum Rallye-Einsatz einer Fulvia und dem Rallye-Sport im allgemeinen beantworten Gitta und Peter Fischer gerne unter:
mail: Mausendorf@t-online.de.